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Anton Faistauer - zur Person

Maishofen Heimatgemeinde des Künstlers Anton Faistauer

1887 - 1930

Die Wertschätzung, die Faistauers Kunst schon zu seinen Lebzeiten entgegengebracht wurde, hält bis heute an und spiegelt sich sowohl am Kunstmarkt, als auch im Umgang mit seinem Werk wider. Besonders in den letzten Jahren hat sich viel getan. 2005 wurde Faistauer mit einer umfassenden Retrospektive im Salzburg Museum gewürdigt und die Forschung in einem 400 Seiten starken Katalog auf den neuesten Stand gebracht; im selben Jahr stellte das Bergbaumuseum in Leogang seine Gotik-Sammlung den Sakralwerken des Malers gegenüber, 2006 war die aufwändige Restaurierung der Fresken im Salzburger Festspielhaus – Faistauers Hauptwerk – abgeschlossen.

In seinem Heimatort Maishofen wurde 2004 das Anton Faistauer Forum gegründet, das bisher drei Publikationen zu Spezialthemen herausgegeben hat. 2010 schließlich wurde hier der Wanderweg „Auf den Spuren des Malers“ errichtet; darüber hinaus konnte mit der Leihgabe des Großen Salzburger Votivaltars ein bedeutendes Originalwerk für den Ort gewonnen werden.

Sein Anspruch an sich selbst und andere, sein Können und Erfolg zeigten sich bereits in den Wiener Studienjahren. 1910 verließen einige Studenten unter der Führung von Egon Schiele und Anton Faistauer die Akademie und formierten sich zur „Neukunstgruppe“. Die erste Schau der Dissidenten in der Galerie Pisko am Schwarzenbergplatz wurde ein beachtlicher Erfolg.

Ausstellungen der Neukunstgruppe in Prag, Wien und Budapest mit Oskar Kokoschka, Albert Paris Gütersloh, Franz Wiegele und Anton Kolig kündigten den Durchbruch an, gute Bildverkäufe bestätigten die rasch zunehmende Wertschätzung. Es folgten Ausstellungen in München, Köln, Dresden und Rom.

Auch seine künstlerische Ausdrucksform hatte Faistauer in wenigen Jahren prinzipiell gefunden. Sommeraufenthalte in Oberitalien lenkten seine Aufmerksamkeit von der figurativen Malerei zur Naturbeobachtung und zur Landschaftsmalerei. Die klare Ablehnung der dekorativen Kunst der Wiener Werkstätte, die Abkehr von Sezessionismus und der Klimtgruppe und die Orientierung an den Franzosen, besonders Paul Cezanne, prägten den künftigen Weg.

Die in der Kriegszeit entstandenen Zeichnungen, Porträts, Stillleben und Landschaften wurden in der Wiener Sezession und im Kunstverein Salzburg gezeigt, für seine 13 Ölbilder umfassende Salzburger Kollektion erhielt Faistauer 1918 die Goldene Staatsmedaille.

In den 1920er Jahren entstanden Werke, die zu den vorzüglichsten Malereien zählen. Seine angegriffene Gesundheit zwang Faistauer jedoch immer wieder, sich zu schonen. Nach Aufenthalten in Bozen, am Gardasee und in San Remo war er soweit hergestellt, dass er 1925 die Frühjahrsausstellung im Wiener Künstlerhaus beschicken konnte, zudem beteiligte er sich an der Ausstellung „Sonderbund österreichischer Künstler“ mit Alfred Kubin, Peter Behrens und Clemens Holzmeister in der Salzburger Aula und errang beachtliche Erfolge in Zürich und London.

Porträtaufträge in München, wo er Bildnisse von Kronprinz Rupprecht schuf, in Wien, wo neben anderen Gesellschaftsporträts das berühmte Bildnis von Kammersänger Richard Mayr als Ochs von Lerchenau entstand, in Salzburg oder in Köln, Ausstellungen in München, Leipzig, Prag und Berlin, in Paris, Stockholm und Den Haag, Amsterdam und Pittsburgh etc. zeigen den arrivierten Künstler anerkannt und umworben. Der Professoren-Titel, 1926 vom Bundespräsidenten verliehen, ehrte ihn besonders; eine Berufung an die Wiener Akademie der Bildenden Künste sowie Angebote der Akademien in Stuttgart und München lehnte er jedoch ab.

Eine solche Auflistung von Erfolgen, Preisen und Würdigungen lässt außer Acht, mit welchen Opfern sie verbunden waren – begleitet von gesundheitlichen Problemen seit der Kindheit, von existentiellem Leid während des Krieges und danach, von seelischem Leid durch den frühen Tod seiner geliebten ersten Frau Ida und dem oft zermürbenden Ringen um die Kunst. Sie lässt auch außer Acht, dass es durchaus kritische Stimmen gab und gibt, die dem Klassiker der Moderne vorhalten, mehr klassisch als modern zu sein. In einer differenzierten Betrachtung wird man Faistauer aber seine besondere Stellung in der österreichischen Kunstgeschichte nicht absprechen können.